|
Haushaltsrede der Jungen Union am 29.01.2008 Sehr
geehrter Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und
Kollegen, wenn man in dieser Runde als Letzte sprechen darf,
dann hat das einen entscheidenden Nachteil, den man zugleich als Vorteil
bezeichnen könnte: Das meiste wurde schon gesagt. Nichtsdestotrotz möchte ich
auch aus Sicht der Jungen Union das uns vorliegende Zahlenwerk, den
Haushaltsplan für das Jahr 2008, kommentieren. In den letzten Jahren wurde die Kommunalpolitik in
vielen Bereichen vom Agieren zum Reagieren gezwungen, so dass nicht mehr viel
Raum zum wirklichen Gestalten blieb. Betrachtet man aber den Haushaltsplan für
das Haushaltsjahr 2008, so muss man jedoch eingestehen, dass dieser Weg des
„Reagierens“ der letzten Jahre sich bewährt hat. Gestatten Sie mir deshalb zu Beginn, die wichtigsten
Eckdaten des Haushaltsplanes zu erwähnen. Auf der Einnahmenseite lässt sich
eine positive Entwicklung hinsichtlich des Gemeindeanteils an der Einkommensteuer
und den Schlüsselzuweisungen vom Land erkennen, die auch – so prognostiziert –
in den kommenden Jahren anhalten wird. Auch aufgrund dieser Entwicklung ist es
uns möglich auf ausstehende Sanierungsaufgaben zu reagieren und sie in diesem
Haushaltsjahr umzusetzen. So entfallen auf den Vermögenshaushalt 1.225.500 € - was
eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Dennoch wird es uns gelingen,
den Schuldenstand sukzessive abzubauen, da in diesem Jahr keine weiteren
Darlehensaufnahmen vorgesehen sind und die Pro-Kopf-Verschuldung auf 240,56 €
gesenkt werden kann. Außerdem kann der Verwaltungshaushalt mit eigenen Mitteln
ausgeglichen werden, so dass keine Negativzuführung veranschlagt werden muss. Der Sparkurs der Gemeinde hat sich bisher bewährt und
sollte deshalb weiter verfolgt werden, auch wenn sich in diesem Haushaltsjahr
eine Entspannung der Haushaltslage abzeichnet. Der Schwerpunkt liegt im Jahr
2008 auf der Generalsanierung der Grundschule. Lange wurde diese notwendige
Baumaßnahme zurückgestellt – was aufgrund der angespannten Haushaltssituation
der vergangenen Jahre nachzuvollziehen war. Umso erfreuter sind wir, dass
diesem desolaten Zustand der Unterrichtsräume der Pfarrer-Graf-Schule nun ein
Ende bereitet und im Laufe dieses Jahres eine angemessene Lernumgebung für
Schüler und Lehrer geschaffen wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der
Neugestaltung des Außenbereichs des Kindergartens Sankt Martin. Hierfür ist ein
Betrag von 35.000 € im Vermögenshaushalt vorgesehen. Das uns vorgestellte
Konzept schafft für die Kinder Frei- und Erlebnisräume, aber auch eine Platz
zum spielerischen Lernen. Einen weiteren großen Ausgabeposten im Haushaltsjahr
2008 stellen die Maßnahmen zur Abwasserbeseitigung, insbesondere die Erstellung
eines neuen Allgemeinen Kanalplanes dar. Es kommt immer häufiger zu Platzregen
und starken Regenfällen, die nach Ansicht von Klimaforschern in der Zukunft
noch zunehmen werden. Unsere Abwasserkanäle sind teilweise schon sehr alt und
eine stetige Sanierung ist hier unumgänglich. Der Allgemeine Kanalplan wird uns
zeigen, wo sofortiger und mittelfristiger Handlungsbedarf besteht. Die Junge Union steht für einen sicheren Schulweg
unserer Kinder. Somit sollte auf allen Gemeindestraßen Tempo 30 Pflicht sein. Vor
allem der Bereich rechts und links der Rheinstraße wird als Fuß- oder
Fahrradweg zur Schule oder Bushaltestelle vermehrt genutzt. Auch wäre dann
endlich eine Verkehrsberuhigung vor dem Kindergarten St. Martin erreicht. Es
gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutschlandweit nicht
viele Gemeinden in denen keine Geschwindigkeitsbegrenzung vor einem
Kindergarten zu finden ist. Soll Hambrücken wirklich zu dieser nicht gerade
rühmlichen Minderheit gehören? Auch im Sinne des Klimaschutzes und der
Entwicklung der Benzinpreise sollte über diese Änderung nachgedacht werden. Die Verkehrssituation in der Kirch- und Weiherer
Straße hat sich leider auch noch nicht verbessert. Wir wissen um die Bemühungen
der Gemeindeverwaltung, diese Situation beim zuständigen Ministerium
vorzubringen und fordern sie auf, weiterhin hartnäckig zu bleiben. Ich möchte auch auf das Thema Umwelt zu sprechen
kommen. Der weltweite Klimawandel ist Realität. Und es ist mittlerweile
unbestritten, das der Mensch einen entscheidenden Einfluss auf die Veränderung
des globalen Klimas hat. Zuletzt hat der Klimareport der Vereinten Nationen den
von Menschen gemachten Klimawandel als wissenschaftlich unbestreitbar
dargelegt. Um den zukünftigen Generationen auch im Umweltschutz gerecht zu
werden, fordern wir den Beitritt in das Klima-Bündnis der europäischen Städte
und Gemeinden mit indigenen Völkern der Regenwälder. In diesem Bündnis befinden
sich Städte, Gemeinden und Landkreise aus ganz Europa. Momentan sind ca. 33%
der deutschen Bevölkerung und 12% der Europäischen Union Mitglied. Sie haben
sich zum Ziel gesetzt in den Bereichen Energie, Verkehr, Stadtplanung,
Beschaffung und Abfallwirtschaft eine nachhaltige und umweltschonende Politik
zu verfolgen und gleichzeitig durch ihre Mitgliedschaft die Lebensgrundlage der
indigenen Waldbewohner des Amazonas zu sichern. Nach dem Grundsatz „Global
denken – lokal handeln“ muss deshalb auch in Hambrücken Politik betrieben
werden. Auch sollte aus den Reihen der Mitarbeiter der
Gemeindeverwaltung ein Energiebeauftragter ausgewählt werden. Dieser sollte
nach intensiven Schulungen bei gemeindeeigenen Objekten in Sachen
Energieeinsparung beraten und entscheiden. Zusammenfassend
möchte ich bemerken, dass die Strategie des Sparens über die letzten Jahre die
Richtige war. Durch eine umsichtige Planung wurden Maßnahmenkataloge
erarbeitet, die Jahr für Jahr abgearbeitet wurden. Deshalb und aufgrund der
positiven Entwicklungen auf Landesebene ist es uns möglich, im Jahr 2008 eine
große Maßnahme wie die Generalsanierung der Grundschule durchzuführen. Wir
sollten auch weiterhin auf das Konzept einer ausgereiften Planung setzen und uns
nicht in Zeiten einer entspannteren Haushaltslage dazu hinreißen lassen,
Bauchentscheidungen zu treffen. Unser Leitbild für die Gemeinde Hambrücken wird
in diesem Jahr fertig gestellt werden. Aus diesem sollten wir unsere
Handlungsanleitungen für die nächsten Jahren ziehen. Und vielleicht wird es uns
mittelfristig wieder möglich sein, unsere Politik des Reagierens in eine
Politik des Agierens umzuwandeln. Abschließend
darf ich feststellen, dass die Junge Union dem vorliegenden Haushaltsentwurf
2008 seine Zustimmung erteilt. Ich darf allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der Gemeindeverwaltung für ihre Arbeit danken, stellvertretend dafür Herrn
Bürgermeister Ackermann, den Fachbereichsleitern Herrn Ott und Herrn Köhler für
die geleistete Arbeit, den Mitgliedern des Gemeinderats für die gute
Zusammenarbeit und natürlich den Bürgerinnen und Bürgern für ihr
entgegengebrachtes Vertrauen. Christina Manz & Timo Debatin |